Was Mittelständler über die betriebliche Altersversorgung wissen sollten

Zwei Drittel der Beschäftigten in Unternehmen mit 500 bis 1.000 Mitarbeitern nutzen Angebote zur betrieblichen Altersversorgung (bAV). Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums beträgt die Quote bei größeren Unternehmen bereits 83 Prozent.1 Bei mehr als 50 Prozent aller Unternehmensgrößen ist die Direktzusage der wichtigste Durchführungsweg.2

In Zeiten historisch niedriger Zinsen kann das zu ernsthaften Belastungen für Unternehmen führen. Zudem bringt das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz erhebliche Änderungen mit sich. Vor allem der Mittelstand ist also gut beraten, fit auf diesem Gebiet zu sein. Positiver Nebeneffekt: Mit einer attraktiven bAV können Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte punkten.

Betriebsrentenstärkungsgesetz – ein Schritt in die richtige Richtung

Das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) gilt seit Anfang 2018. Es soll vor allem dem Mittelstand helfen, eine eigene Betriebsrente für die Mitarbeiter beispielsweise mittels Entgeltumwandlung aufzubauen. Das führt unter anderem zu diesen Änderungen:

  • Im Rahmen des neu eingeführten Sozialpartnermodells besteht kein Haftungsrisiko für Arbeitgeber. Sie geben nur noch eine Zusage für eine bestimmte Beitragszahlung; eine Garantie für die spätere Rentenhöhe entfällt.
  • Von 2019 an müssen Arbeitgeber bei Neuverträgen Zuschüsse in Höhe von 15 Prozent auf den umgewandelten Lohn zahlen, wenn das Unternehmen durch die Umwandlung Sozialbeiträge spart. Ab 2022 gilt dies auch für Altverträge.
  • Der Förderrahmen wurde erweitert, sodass in 2018 bis zu 6.240 Euro steuerfrei in die bAV eingezahlt werden können.

Eine Voraussetzung für das Sozialpartnermodell: Die jeweiligen Arbeitgeberorganisationen und Gewerkschaften einigen sich auf entsprechende Vereinbarungen in den Tarifverträgen.

Frühestens in zwei Jahren lassen sich die Auswirkungen des neuen Betriebsrentenstärkungsgesetzes wirklich bewerten. Der Grundgedanke, Unternehmen den Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge zu erleichtern, geht allerdings klar in die richtige Richtung.

Aktuelle Herausforderung für die betriebliche Altersvorsorge

Sven Reuss, Leiter Pensions & Solutions:

„Durch die Einführung der neuen Heubeck-Tafeln entsteht Handlungsbedarf, da sich auch die schon bestehenden Pensionsverpflichtungen aufgrund gestiegener Lebenserwartung erhöhen werden.“

Schließlich besteht bei vielen Unternehmen auch grundsätzlich Handlungsbedarf, so z.B. bei Direktzusagen. Hinzu kommt eine Aktualisierung der sogenannten Heubeck -Richttafeln. Demnach ist die Lebenserwartung hierzulande weiter gestiegen. Unternehmen sollten deshalb ihre Pensionsverpflichtungen neu kalkulieren, um die Auswirkung der geänderten Heubeck-Tafeln zu erkennen.

Eine weitere Herausforderung liegt in der Vielzahl von Übernahmen und Unternehmenskäufen (M&A) als auch bei Nachfolgeregelungen mittelständischer Unternehmen: 2017 gab es in Deutschland rund 2.000 M&A-Deals mit einem Volumen von 132 Milliarden Euro.3 Ein wichtiger Aspekt dabei: Welche Punkte sind bei der Übertragung von Ansprüchen der Mitarbeiter zu berücksichtigen?

Die Pensionslösungen der Commerzbank

Für mittelständische Unternehmen gibt es also eine Vielzahl an Gründen, das Thema betriebliche Altersversorgung auf die aktuelle Agenda zu setzen. Dazu gehören neben den bereits genannten Punkten auch die Auswirkungen sich verändernder Zinsen, sowohl auf Anlageinstrumente für die bAV als auch auf die eingegangenen Verpflichtungen. Ein Vorteil für Commerzbank-Kunden: Wir haben Experten, die Ihnen helfen, die richtigen, auf Ihr Unternehmen zugeschnittenen Lösung zu finden.

„Bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es für jede Unternehmensgröße die passende Lösung.“

Das können ausgelagerte Instrumente wie z.B. Versicherungen oder Ausfinanzierungen von Direktzusagen sein. Zusätzlich verfügen wir über eine Vielzahl von Analyse- und Simulationstools sowie Plattformen, die zum Teil auch gemeinsam mit Partnern angeboten werden, und über ein weitreichendes Produktuniversum für das professionelle Asset Management.

Umfassende Analyse mit PAPST

Am Anfang jeder Zusammenarbeit eines Unternehmens mit uns steht die Analyse des Ist-Zustands. Grundsätzlich unterscheiden wir dabei zwei mögliche Ausgangssituationen:

• Im Unternehmen gibt es bereits eine betriebliche Altersvorsorge, die zukunftsfähig oder optimiert werden soll,

• oder eine bAV soll erst noch aufgebaut werden.

Im Rahmen von Direktzusagen kommt PAPST ins Spiel. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich das „Pension and Plan Asset Simulation“-Tool der Commerzbank. Damit erstellen wir eine umfassende und detaillierte Bestandsanalyse. Daraus ergeben sich der jeweilige Cashflow-Bedarf der korrespondierenden Verpflichtungen, sowie die Sensitivitäten des Pensionsplans. Diese umfassende Analyse ist die Basis für den Aufbau von neuen oder für die Optimierung bestehender Planvermögen. So lassen sich zum einen vom Unternehmen definierte Zielgrößen wie beispielsweise die Deckungsquote oder eine Reduzierung der Rückstellungsvolatilität erreichen. Zum anderen werden durch das Tool auch die Auswirkungen von sich verändernden Märkten, beispielsweise sich ändernde Zinsen, sichtbar.

„Die Kapitaldeckung bestehender Direktzusagen wird immer bedeutender.“

Übrigens: Bei den im deutschen Leitindex Dax gelisteten Konzernen beträgt die Fundingquote, also die Kapitaldeckung von Pensionsverpflichtungen, rund 63 Prozent (Stand: August 2018). In einigen Staaten wie Großbritannien, der Schweiz oder den Niederlanden sind deutlich höhere Quoten gesetzlich vorgeschrieben. Es ist jedoch auch hierzulande ein genereller Trend hin zu einer höheren Kapitaldeckung erkennbar. Aus guten Gründen, denn so kann diese Art:

• die Steuerung des Cashflows künftig flexibler machen,

• Bilanzkennzahlen positiv beeinflussen,

Unternehmensnachfolgen erleichtern.

Treuhandmodell als Insolvenzsicherung

Ein weiterer wesentlicher Aspekt bei der bAV ist die Insolvenzsicherung. Im Falle der Insolvenz sind Pensionsverpflichtungen in einem gewissen Rahmen durch den Pensionssicherungsverein geschützt. Zusätzlicher Schutz kann über ein sogenanntes Contractual Trust Arrangement (CTA) gewährt werden. Das gilt sowohl für die Pensionsverpflichtungenals auch für die Arbeitszeitkonten.

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Die Commerzbank bietet über ihre 100-prozentige Tochter CommerzTrust flexible Gruppentreuhandlösungen. Die von Unternehmen dort gesicherten Pensions- und Zeitkontenansprüche haben aktuell ein Volumen von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Konkret schließen dabei die Unternehmen und die CommerzTrust einen Treuhandvertrag. Dann werden die Assets aus der Firma an den Treuhänder übertragen. Die Mitarbeiter des Unternehmens haben einen eigenständigen Anspruch an den Treuhänder. Dank des eingespielten Expertenteams der Commerzbank dauert die Implementierung einer solchen Treuhandstruktur im Regelfall bis zu vier Wochen.

Die Commerzbank kann mittels eigener Lösungen wie comflex (Insolvenzsicherung von Zeitkonten) oder Kooperationspartnerplattformen Kontensegmentierung für bAV-Depots und Flexi-II-Depots als zusätzliche Services bieten. Darüber hinaus gehört zum Portfolio unseres Hauses die gesamte Palette von Durchführungswege der bAV wie Direktzusage, Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds.

Unternehmen sollten bei der Auswahl grundsätzlich auf folgende Punkte achten:

• Wird eine Versicherungs- oder eine Asset-Lösung gewählt?

• Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung auf die Bilanz?

• Welches Asset-Konzept wird gewählt?

„Muss eine Betriebsrente erst in 30 Jahren ausgezahlt werden, kann dieses Kapital zunächst risikoreicher und damit renditeträchtiger angelegt werden.“

Mit Blick auf die Langfristigkeit eines Investments ist der Aspekt Sicherheit wesentlich. Dieser wird in Deutschland jedoch regelmäßig überbetont. Sind bestimmte Ansprüche erst in 30 Jahren fällig, kann ein Unternehmen durchaus eine höhere Aktienquote definieren oder auch alternative Investments wählen. Anders sieht es aus, wenn das investierte Geld binnen drei Jahren wieder zur Verfügung stehen muss. Die Commerzbank bietet durch ihre kapitalmarktorientierten Finanzierungsmöglichkeiten ein Höchstmaß an Sicherheit, gepaart mit attraktiven Renditechancen. Lassen Sie sich in einem persönlichen Gespräch davon überzeugen.

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Weitere Informationen zum Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG)

Weitere Informationen zu CommerzTrust

1 Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2016): Ergänzender Bericht der Bundesregierung zum Rentenversicherungsbericht 2016

2 aba-Statistikreihe 2017

3 Statista

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist Fakt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gibt es bereits in 33 von 144 Berufsgruppen zu wenige qualifizierte Mitarbeiter. Mehr als 60 Prozent des deutschen Mittelstands sehen die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens durch den Fachkräftemangel bedroht. Das ergab eine repräsentative Mittelstandsumfrage der Commerzbank.

Demografie und Bildungssystem verstärken den Fachkräftemangel

Diese Entwicklung hat unterschiedliche Ursachen: Zum einen schrumpft der Arbeitskräftepool in Deutschland aufgrund des demografischen Wandels. Im Jahr 2005 erreichte die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter (nach internationaler Definition zwischen 15 und 74 Jahren) mit 64 Millionen einen Höchststand. Bis 2060 wird diese Zahl laut Prognosen des Statistischen Bundesamtes trotz Zuwanderung auf 51 Millionen sinken. Durch den anhaltenden Wirtschaftsboom ist die Zahl der Erwerbstätigen aktuell auf knapp 45 Millionen gestiegen. Damit sinkt parallel die Zahl der Arbeitslosen und es kommt zu immer mehr Engpässen in diversen Berufsgruppen. Zum anderen ist auch das deutsche Bildungssystem gleich in mehrfacher Hinsicht mitverantwortlich. Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) in deutschen Unternehmen hat ergeben, dass 50 Prozent der Betriebe mangelnde Mathematikkenntnisse von Schulabgängern kritisieren und 61 Prozent über ein unzureichendes mündliches sowie schriftliches Ausdrucksvermögen klagen. Laut der PISA-Studie 2015 fehlen mehr als 20 Prozent der Schüler nicht gymnasialer Schularten Basiskenntnisse im Lesen und Rechnen. Ein weiteres Problem: Eine inflationäre Vergabe von guten Noten an Schulen verstärkt den Effekt, dass es inzwischen genauso viele Studienanfänger wie Auszubildende gibt.

Weniger Innovationen und Investitionen als Folgen

Laut der eingangs genannten Umfrage der Commerzbank sehen mehr als 60 Prozent des deutschen Mittelstands den Fachkräftemangel als hohes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung ihres Unternehmens. Hinzu kommt, dass fehlende Fachkräfte für knapp die Hälfte des Mittelstands mindestens ein mittleres Investitionshemmnis darstellen. Die Unternehmer fragen sich: Warum eine neue Maschine kaufen, wenn sie keiner bedienen kann? Und auch die Innovationskraft der Mittelständler leidet. Ist die Personaldecke (zu) dünn, müssen sich die Mitarbeiter voll auf das Tagesgeschäft konzentrieren. Für Innovationen fehlen dann die Kapazitäten.

Mögliche Lösungsansätze gegen den Fachkräftemangel

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, hat die Mittelstandsumfrage ausgewertet und daraus drei Forderungen an die Politik abgeleitet, um den Fachkräftemangel einzudämmen:

1) Der Staat muss nicht nur mehr Geld für Schulen ausgeben, sondern auch Qualitätsstandards durchsetzen. Wir brauchen in den Schulen eine Leistungskultur.

2) Die Politik muss die fehlgeleitete Akademisierung beenden. Durch die Inflation von guten Noten beginnen inzwischen genauso viele junge Menschen ein Studium wie eine Berufsausbildung.

3) Deutschland braucht ein Einwanderungsgesetz. Bestehende Regeln sind zu komplex und unübersichtlich. Am besten wäre ein Punktesystem wie in Kanada, Australien oder Neuseeland.

Doch auch die Unternehmen selbst können einiges dafür tun, attraktiv für Fachkräfte zu werden. Zwei Möglichkeiten sind beispielsweise:

• Flexiblere Arbeitszeiten durch Zeitkonten

• Klassiker mit Zugkraft: die betriebliche Altersvorsorge

Bei diesen beiden Punkten ist die Commerzbank bereits für viele Unternehmen ein verlässlicher Partner – sei es bei der Insolvenzsicherung von Arbeitszeitkonten oder auch hinsichtlich komplexer Lösungen für die betriebliche Altersvorsorge. Konkrete Informationen über das Angebot der Commerzbank für den Mittelstand finden Sie hier:

Hier Studie Fachkräftemangel downloaden