Management von Pensionsverpflichtungen: Die Lösungen der Commerzbank

Die gute Nachricht: Ende 2017 waren 2,8 Prozent mehr Arbeitnehmer aktiv in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) versichert als zwei Jahre zuvor. Und jetzt die schlechte: Zwischen 2013 und 2017 sank der prozentuale Anteil aller Arbeitnehmer mit einer Anwartschaft auf eine bAV von knapp 59 auf unter 56 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Bundesarbeitsministeriums* hervor.

Aktuelle Herausforderungen für die betriebliche Altersvorsorge

Sven Reuss, Leiter Pensions & Solutions:

„Die niedrigen Zinsen und die Auswirkungen von Firmenverkäufen und -übernahmen auf die bAV beschäftigen zurzeit viele Unternehmen.“

Der demografische Wandel, Gesetzesänderungen und die bereits lange Zeit anhaltende Niedrigzinsphase haben erhebliche Auswirkungen auf das Management von Pensionsverpflichtungen durch Unternehmen. Im Folgenden ein Blick auf die aktuellen Einflussfaktoren und was sie für die betriebliche Altersversorgung bedeuten:

Die Aussicht auf eine Zinsanhebung ist unsicher, denn teilweise gibt es erste Stimmen, die mögliche Zinssenkungen prognostizieren. Die Folge: Die historisch niedrigen Zinsen im Euroraum werden wohl noch länger Bestand haben. Was auch zu einem Absinken des HGB-Durchschnittszinses führen kann. Für die bAV bedeutet ein weiteres Jahr Niedrigzins für nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) bilanzierende Unternehmen, dass die Ausfinanzierungsquote bis 2022 um etwa 20 Prozent sinkt, wenn nicht zusätzliche Gelder investiert werden.

Zudem führen die im vergangenen Jahr in die Fassung 2018 G geänderten Heubeck-Tafeln führen zu einer zusätzlichen Belastung der Unternehmen, da die darin aufgezeigte weiter gestiegene Lebenserwartung auch bereits bestehende Pensionsverpflichtungen erhöht. Einige Unternehmen haben daher ihre Pensionsverpflichtungen neu kalkuliert, um die Auswirkungen der neuen Tafeln zu ermitteln.

Der stark zunehmende Verkauf von Unternehmen oder Unternehmensteilen bedeutet eine große Herausforderung für das Management von Pensionsverpflichtungen. Viele Unternehmen planen in den kommenden zwei Jahren mögliche (Teil-)verkäufe. Die Folgen für die Pensionsverpflichtungen können erheblich sein, weil beispielsweise bestehende Direktzusagen aus einem konzerneigenen Contractual Trust Arrangement (CTA) herausgelöst werden müssen.

Zudem sind Pensionsverpflichtungen für ein neues Management schwer einschätzbar. Eine ausreichende Finanzierung mit saldierungsfähigem Planvermögen oder auch eine Übertragung der Versorgungsverpflichtung auf einen externen Versorgungsträger verringert mögliche Probleme bei der Übernahme durch einen neuen Investor und kann Verhandlungsgespräche erleichtern.

Auch Übergaben innerhalb der Familie sollen oft unbelastet von „betriebsfremden“ Verpflichtungen erfolgen. Zudem besteht häufig der Wunsch, die Versorgung eines aus dem Unternehmen ausscheidenden geschäftsführenden Gesellschafters vom Schicksal des Unternehmens abzukoppeln. Gemeinsam mit ihren spezialisierten Partnern bietet die Commerzbank dazu umfassende Lösungen.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor für Pensionsmanager, wie z. B. Pensionsfonds und Asset Manager, sind die Auswirkungen der geplanten Reform der IBOR-Referenzsätze.

Positiv: Durch das in 2018 eingeführte Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) wurde der steuerliche Dotierungsrahmen von 4 % auf 8 % der Beitragsbemessungsgrenze erhöht und es wurden dadurch mehr Möglichkeiten für Unternehmen im Rahmen der versicherungsbasierten Durchführungswege geschaffen. Darüber hinaus sieht das Gesetz seit 2019 einen Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent vor, soweit Sozialversicherungsbeiträge eingespart werden. Das gilt für alle neu abgeschlossenen Entgeltumwandlungsvereinbarungen über die Durchführungswege Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung. Für Altverträge müssen von 2022 an diese Zuschüsse gezahlt werden.

Die Liste der Themen und Herausforderungen für das Management von Pensionsverpflichtungen ist also lang. Entsprechend hoch ist der Informationsbedarf bei Unternehmen. Die Experten der Commerzbank stehen bereit, Sie mit den nötigen Fakten zu versorgen.

Die Pensionslösungen der Commerzbank

Für mittelständische Unternehmen gibt es also eine Vielzahl an Gründen, das Thema betriebliche Altersversorgung auf die aktuelle Agenda zu setzen. Dazu gehören neben den bereits genannten Punkten auch die Auswirkungen sich verändernder Zinsen sowohl auf Anlageinstrumente für die bAV als auch auf die eingegangenen Verpflichtungen. Ein Vorteil für Commerzbank-Kunden: Wir haben Experten, die Ihnen helfen, die richtigen, auf Ihr Unternehmen zugeschnittenen Lösungen zu finden.

„Bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es für jede Unternehmensgröße die passende Lösung.“

Das können Instrumente wie z. B. Versicherungslösungen oder die Ausfinanzierung von Direktzusagen sein. Zusätzlich verfügen wir über eine Vielzahl von Analyse- und Simulationstools sowie Verwaltungsplattformen, die zum Teil auch gemeinsam mit Partnern angeboten werden, und über ein weitreichendes Produktuniversum für das professionelle Asset Management.

Umfassende Analyse mit PAPST

Am Anfang jeder Zusammenarbeit eines Unternehmens mit uns steht die Analyse des Ist-Zustands. Grundsätzlich unterscheiden wir dabei zwei mögliche Ausgangssituationen:

• Im Unternehmen gibt es bereits eine betriebliche Altersvorsorge, die zukunftsfähig gestaltet oder optimiert werden soll

• oder eine bAV soll erst noch aufgebaut werden.

Im Rahmen von Direktzusagen kommt „PAPST“ ins Spiel. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich das „Pension and Plan Asset Simulation“-Tool der Commerzbank. Damit erstellen wir eine umfassende und detaillierte Bestandsanalyse. Daraus ergeben sich der jeweilige Cashflow-Bedarf der korrespondierenden Verpflichtungen sowie die Sensitivitäten des Pensionsplans. Diese umfassende Analyse ist die Basis für den Aufbau von neuen oder für die Optimierung bestehender Planvermögen. So lassen sich zum einen vom Unternehmen definierte Zielgrößen wie beispielsweise die Deckungsquote oder eine Reduzierung der Rückstellungsvolatilität erreichen. Zum anderen werden durch das Tool auch die Auswirkungen von sich verändernden Märkten, beispielsweise sich ändernde Zinsen, sichtbar.

„Die Kapitaldeckung bestehender Direktzusagen wird immer bedeutender.“

Übrigens: Bei den im deutschen Leitindex Dax gelisteten Konzernen beträgt die Fundingquote, also die Kapitaldeckung von Pensionsverpflichtungen, rund 63 Prozent (Stand: August 2018). In einigen Staaten wie Großbritannien, der Schweiz oder den Niederlanden sind deutlich höhere Quoten gesetzlich vorgeschrieben. Es ist jedoch auch hierzulande ein genereller Trend hin zu einer höheren Kapitaldeckung erkennbar. Aus guten Gründen, denn so kann man:

• die Steuerung des Cashflows künftig flexibler machen,

• Bilanzkennzahlen positiv beeinflussen,

Unternehmensnachfolgen erleichtern.

Deckungslücke bei Pensionsverpflichtungen bei HGB-Bilanzierern wächst

Bei den Pensionsverpflichtungen vieler Unternehmen entsteht eine wachsende Deckungslücke, da der HGB Rechnungszins über die nächsten Jahre weiter sinkt. Fehlende freie Finanzmittel in den Firmen sind ein weiterer Grund. Mittels PAPST Simulation lässt sich die zusätzlich entstehende Höhe der Deckungslücke identifizieren.

Wie die aktuelle Studie der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) und der Commerzbank zum Finanzanlageverhalten mittelständischer Unternehmen in Deutschland ergab, sind gut die Hälfte der befragten Betriebe Pensionsverpflichtungen eingegangen. Davon sind lediglich 58 Prozent gedeckt. Ein Drittel der Befragten will die betriebliche Altersversorgung angesichts des Niedrigzinsumfelds überprüfen.

Abhilfe könnten höhere Einzahlungen in geeignete Finanzinstrumente schaffen. Als Lösungskonzept würde sich eine Finanzierung über Treuhandmodelle wie „Contractual Trust Arrangements“ (CTA) eignen.

Treuhandmodell als Insolvenzsicherung

Ein weiterer wesentlicher Aspekt bei der bAV ist die Insolvenzsicherung. Im Falle der Insolvenz sind Pensionsverpflichtungen in einem gewissen Rahmen durch den Pensionssicherungsverein geschützt. Zusätzlicher Schutz kann über ein sogenanntes Contractual Trust Arrangement (CTA) gewährt werden. Das gilt sowohl für die Pensionsverpflichtungenals auch für die Zeitwertkonten.

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Die Commerzbank bietet über ihre 100-prozentige Tochter CommerzTrust flexible Gruppentreuhandlösungen. Die von Unternehmen dort gesicherten Pensions- und Zeitkontenansprüche haben aktuell ein Volumen von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Konkret schließen dabei die Unternehmen und die CommerzTrust einen Treuhandvertrag. Dann werden die Assets aus der Firma an den Treuhänder übertragen. Die Mitarbeiter des Unternehmens haben einen eigenständigen Anspruch an den Treuhänder. Dank des eingespielten Expertenteams der Commerzbank dauert die Implementierung einer solchen Treuhandstruktur im Regelfall bis zu vier Wochen.

Die Commerzbank bietet als zusätzliche Services eigene Plattformen wie comflex zur Insolvenzsicherung von Zeitkonten oder Kooperationspartnerplattformen zur Kontensegmentierung für bAV-Depots und Flexi-II-Depots.
Darüber hinaus gehört zum Portfolio unseres Hauses die gesamte Palette von Durchführungswegen der bAV wie Direktzusage, Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds.

Unternehmen sollten bei der Auswahl grundsätzlich auf folgende Punkte achten:

• Wird eine Versicherungs- oder eine Asset-Lösung gewählt?

• Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung auf die Bilanz?

• Welches Asset-Konzept wird gewählt?

„Muss eine Betriebsrente erst in 30 Jahren ausgezahlt werden, kann dieses Kapital zunächst risikoreicher und damit renditeträchtiger angelegt werden.“

Mit Blick auf die Langfristigkeit eines Investments ist der Aspekt Sicherheit wesentlich. Dieser wird in Deutschland jedoch regelmäßig überbetont. Sind bestimmte Ansprüche erst in 30 Jahren fällig, kann ein Unternehmen durchaus eine höhere Aktienquote definieren oder auch alternative Investments wählen. Anders sieht es aus, wenn das investierte Geld binnen drei Jahren wieder zur Verfügung stehen muss. Die Commerzbank bietet hier Lösungen, die individuelle Sicherheitsansprüche mit attraktiven Renditechancen kombiniert. Lassen Sie sich in einem persönlichen Gespräch davon überzeugen.

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Weitere Informationen zu CommerzTrust

* Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2016): Ergänzender Bericht der Bundesregierung zum Rentenversicherungsbericht 2016

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist Fakt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gibt es bereits in 33 von 144 Berufsgruppen zu wenige qualifizierte Mitarbeiter. Mehr als 60 Prozent des deutschen Mittelstands sehen die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens durch den Fachkräftemangel bedroht. Das ergab eine repräsentative Mittelstandsumfrage der Commerzbank.

Demografie und Bildungssystem verstärken den Fachkräftemangel

Diese Entwicklung hat unterschiedliche Ursachen: Zum einen schrumpft der Arbeitskräftepool in Deutschland aufgrund des demografischen Wandels. Im Jahr 2005 erreichte die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter (nach internationaler Definition zwischen 15 und 74 Jahren) mit 64 Millionen einen Höchststand. Bis 2060 wird diese Zahl laut Prognosen des Statistischen Bundesamtes trotz Zuwanderung auf 51 Millionen sinken. Durch den anhaltenden Wirtschaftsboom ist die Zahl der Erwerbstätigen aktuell auf knapp 45 Millionen gestiegen. Damit sinkt parallel die Zahl der Arbeitslosen und es kommt zu immer mehr Engpässen in diversen Berufsgruppen. Zum anderen ist auch das deutsche Bildungssystem gleich in mehrfacher Hinsicht mitverantwortlich. Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) in deutschen Unternehmen hat ergeben, dass 50 Prozent der Betriebe mangelnde Mathematikkenntnisse von Schulabgängern kritisieren und 61 Prozent über ein unzureichendes mündliches sowie schriftliches Ausdrucksvermögen klagen. Laut der PISA-Studie 2015 fehlen mehr als 20 Prozent der Schüler nicht gymnasialer Schularten Basiskenntnisse im Lesen und Rechnen. Ein weiteres Problem: Eine inflationäre Vergabe von guten Noten an Schulen verstärkt den Effekt, dass es inzwischen genauso viele Studienanfänger wie Auszubildende gibt.

Weniger Innovationen und Investitionen als Folgen

Laut der eingangs genannten Umfrage der Commerzbank sehen mehr als 60 Prozent des deutschen Mittelstands den Fachkräftemangel als hohes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung ihres Unternehmens. Hinzu kommt, dass fehlende Fachkräfte für knapp die Hälfte des Mittelstands mindestens ein mittleres Investitionshemmnis darstellen. Die Unternehmer fragen sich: Warum eine neue Maschine kaufen, wenn sie keiner bedienen kann? Und auch die Innovationskraft der Mittelständler leidet. Ist die Personaldecke (zu) dünn, müssen sich die Mitarbeiter voll auf das Tagesgeschäft konzentrieren. Für Innovationen fehlen dann die Kapazitäten.

Mögliche Lösungsansätze gegen den Fachkräftemangel

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, hat die Mittelstandsumfrage ausgewertet und daraus drei Forderungen an die Politik abgeleitet, um den Fachkräftemangel einzudämmen:

1) Der Staat muss nicht nur mehr Geld für Schulen ausgeben, sondern auch Qualitätsstandards durchsetzen. Wir brauchen in den Schulen eine Leistungskultur.

2) Die Politik muss die fehlgeleitete Akademisierung beenden. Durch die Inflation von guten Noten beginnen inzwischen genauso viele junge Menschen ein Studium wie eine Berufsausbildung.

3) Deutschland braucht ein Einwanderungsgesetz. Bestehende Regeln sind zu komplex und unübersichtlich. Am besten wäre ein Punktesystem wie in Kanada, Australien oder Neuseeland.

Doch auch die Unternehmen selbst können einiges dafür tun, attraktiv für Fachkräfte zu werden. Zwei Möglichkeiten sind beispielsweise:

• Flexiblere Arbeitszeiten durch Zeitkonten

• Klassiker mit Zugkraft: die betriebliche Altersvorsorge

Bei diesen beiden Punkten ist die Commerzbank bereits für viele Unternehmen ein verlässlicher Partner – sei es bei der Insolvenzsicherung von Arbeitszeitkonten oder auch hinsichtlich komplexer Lösungen für die betriebliche Altersvorsorge. Konkrete Informationen über das Angebot der Commerzbank für den Mittelstand finden Sie hier:

Hier Studie Fachkräftemangel downloaden