EU-Emissionshandel

Reduktion der CO2-Emissionen: Ziel Klimaneutralität in 2050

Emissionshandel ist das zentrale EU-Instrument zur Reduktion der Treibhausgasemissionen, um Klimaneutralität im Jahr 2050 zu erreichen. In ihrer Rede zur „Lage der Union“ präsentierte Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission, kürzlich ihre Vision eines gestärkten Europas. Zentrales Ziel der EU ist unter anderem die Klimaneutralität im Jahr 2050. In diesem Kontext sollen auch die bestehenden Klimaziele „nachgeschärft“ werden. Die EU-Kommission schlägt vor, die CO2-Emissionen der EU bis 2030 um mindestens 55% zu reduzieren. Bislang liegt dieses Ziel bei 40%.

Ein verbindliches Ziel zur Emissionsreduzierung soll zwischen der EU-Kommission, dem EU-Parlament und den Mitgliedsstaaten vereinbart werden. Das EU-Parlament hatte sich im Oktober für eine Emissionsminderung in Höhe von 60% ausgesprochen, die Mitgliedsstaaten im Dezember für 55%. Eine Entscheidung der Mitgliedsstaaten wird bis Mitte 2021 erwartet.

Bei einer Umfrage anlässlich des jährlichen Energy & Carbon-Seminars der Commerzbank im November 2020 erwarteten 74% der Teilnehmer, dass man sich auf ein Reduktionsziel in Höhe von 55% einigen wird.

Europäischer Emissionshandel: Mögliche Ausweitung wird geprüft

Eine schnelle Einigung ist wichtig, da bis Sommer 2021 sämtliche EU-Klima- und Energievorschriften überarbeitet werden müssen, um sie in Einklang mit den neuen Zielen zu bringen. Hier wird unter anderem auch darüber diskutiert, ob Transport, Gebäude und Schifffahrt in den Europäischen Emissionshandel (EU-EHS) integriert werden oder ob dafür ein separater Mechanismus geschaffen wird.

4. Handelsperiode des EHS mit signifikanten Herausforderungen

Grundsätzlich gilt für alle Unternehmen im EHS – unabhängig davon, ob neu hinzugekommen oder von Anfang an dabei: Die geplante Verschärfung der Ziele für die 4. Handelsperiode zwischen 2021 und 2030 bringt signifikante Herausforderungen mit sich. Der EU-Emissionshandel wird die größte Last übernehmen müssen.

Folgt man dem „Impact Assessment“ der EU- Kommission, könnte eine Anhebung des EU-weiten Ziels auf 55% weniger CO2-Emissionen für das EU-EHS zu einem neuen Zielwert von 63 bis 64% weniger CO2 führen. Zum Vergleich: Aktuell liegt das Reduktionsziel für 2030 im EU-EHS bei 43%.

Dies bringt aus unserer Sicht zwei wesentliche Herausforderungen für Unternehmen mit sich:

  • Steigende CO2-Preise: Die meisten Marktteilnehmer erwarten, dass die neuen Klimaziele zu einem signifikanten Anstieg der Preise von EU-Emissionsberechtigungen führen werden. In der oben erwähnten Commerzbank-Umfrage erwarteten 53% der Teilnehmer in der 4. Handelsperiode einen durchschnittlichen Preis zwischen 40 und 50 Euro pro Tonne. 42% der Teilnehmer sahen den Preis zwischen 30 und 40 Euro pro Tonne. Aktuell liegt er bei rund 25 Euro pro Tonne CO2.
  • Weniger kostenlose Zuteilung: Die Erhöhung der Klimaziele führt zu einer geringeren kostenlosen Zuteilung für Industrieunternehmen. Entsprechend müssen Unternehmen Emissionsberechtigungen zukaufen, sollten sie ihren Bedarf nicht durch Vermeidungsmaßnahmen senken.

Emissionen reduzieren oder Berechtigungen zukaufen?

Die Analyse der aktuellen Situation, die Auswirkung der aktuellen Klimapläne und die aktive Steuerung sind aus unserer Sicht essenziell. „Make or buy?“ Ist es technisch und wirtschaftlich möglich, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, oder müssen momentan noch EU-Emissionsberechtigungen zugekauft werden? Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es und wie kann ein aktives Risikomanagement gestaltet werden?

Wie die Commerzbank Unternehmen beim Risikomanagement und im Emissionshandel* konkret unterstützt

Bei steigenden Preisen für Emissionszertifikate , sollten sich Kunden entsprechend absichern und mit EU-Emissionsberechtigungen eindecken. Profitieren Sie von unserer großen Erfahrung im Bereich Risikomanagement und von unserem Know-how als führender und langjähriger Akteur im Emissionshandel.

Immer mehr Unternehmen, auch solche, die nicht am EU-Emissionshandel teilnehmen, legen Wert auf die Themen Nachhaltigkeit und Klimaneutralität. Wir beraten Unternehmen bei ihrer Klimastrategie mit dem Ziel, Emissionen so weit wie möglich zu reduzieren und den unvermeidlichen Rest mit CO2-Zertifikaten freiwillig zu kompensieren.

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Aktive Steuerung des Rohstoffpreisrisikos wird immer wichtiger …

Unsere umfassenden Dienstleistungen können den jeweiligen Bedürfnissen unserer Kunden individuell angepasst werden. Wir informieren über relevante Entwicklungen im Bereich Emissionshandel, gesetzliche Änderungen und neue Trends. Zudem steht am Anfang einer Zusammenarbeit immer die genaue Analyse der jeweiligen Risiken.

Die aktive Steuerung des Rohstoffpreisrisikos wird für Unternehmen immer wichtiger. Wir zeigen ihnen aber auch die Chancen der nächsten Phase des EHS. Denn die Commerzbank unterstützt Unternehmen im gesamten Prozess des Emissionshandels. Das beginnt mit der Zuteilung der kostenlosen Zertifikate im Februar jeden Jahres und dauert bis zur Abrechnung im April des Folgejahres. Wir berechnen auf Grundlage von Unternehmensangaben einen möglichen Überschuss oder ein Defizit an Emissionsberechtigungen und stellen konkrete Handlungsoptionen vor: Wie können beispielsweise kostenlos zugeteilte EU-Emissionszertifikate genutzt werden, um Finanzierungskosten zu optimieren?

… und erhöht die Planungssicherheit

Gemeinsam mit dem Unternehmen entwickeln wir das individuell passende Risikomanagement und die sich daraus ergebenden Handlungsstrategien. Ein Vorteil: Aktives Risikomanagement erhöht die Planungssicherheit für das Unternehmen.

Folgende Strategien kommen häufig zum Einsatz:

  • Passive Strategien: CO2-Zertifikate werden kurz vor dem Compliance-Stichtag erworben, Verkäufe am Jahres- oder Quartalsende getätigt.
  • Taktischer/aktiver Handelsansatz: Unternehmen nutzen die Chancen des Markts und kaufen oder verkaufen Emissionsberechtigungen, sobald ein vorher definiertes Preisziel erreicht wird.
  • Absicherungs-/Einkaufsstrategien: Bei diesem Ansatz definieren Unternehmen Strategien, nach denen auf regelmäßiger Basis Zertifikate erworben oder veräußert werden.
  • Integrierter Risikomanagement-Ansatz: Rohstoff-, Wechselkurs- und Zinsrisiken werden simultan gemanagt.

Stärkere Betroffenheit als bei Zins- und Wechselkursrisiken

Unternehmen steht eine breite Palette an Instrumenten zur Steuerung von Rohstoffpreisrisiken zur Verfügung. Insbesondere im Emissionshandel gibt es ein umfassendes Angebot. Und das sollte von allen unbedingt genutzt werden, denn im Vergleich zu Zins- und Wechselkursrisiken ist die direkte Betroffenheit von Unternehmen im Rohstoffbereich wesentlich stärker.

Kauf oder Verkauf in der Kasse (Spot):

Das Unternehmen erwirbt oder veräußert die EU-Emissionsrechte mit sofortiger Lieferung und bezahlt oder erhält den entsprechenden Preis. Dieses Instrument kann bei der jährlichen Abrechnung im April eingesetzt werden oder dient dazu, durch den Verlauf einen Gewinn zu erzielen.

Terminkauf oder -verkauf (Forward):

Die Firma bestimmt heute einen Preis, zu dem in Zukunft CO2-Zertifikate ge- oder verkauft werden. So kann sich der Kunde gegen steigende oder fallende Preise absichern.

Limit-Order:

Im Auftrag des Kunden kauft oder verkauft die Commerzbank Emissionsrechte zu einem Zielpreis in der Kasse oder auf Termin. Diese Strategie ermöglicht Unternehmen eine große Flexibilität.

Kauf zum Durchschnittspreis:

Emissionsrechte werden zu einem vorher definierten Durchschnittspreis erworben oder abgestoßen. Unternehmen vermeiden so, Transaktionen ausgerechnet zu historischen Höchst- oder Tiefstständen abwickeln zu müssen.

Option:

Mittels Optionen, also dem Recht, CO2-Zertifikate kaufen oder verkaufen zu können, sichern sich Kunden gegen extreme Preisentwicklungen ab. Zudem können Prämien generiert werden.

Swap:

Um die Compliance-Position eines Unternehmens zu steuern, können Unternehmen eine festgelegte Menge an Emissionszertifikaten (CER) gegen EU-Emissionsrechte (EUA) tauschen.

Finanzierung:

Unternehmen können durch den zeitgleichen Verkauf von EU-Emissionsberechtigungen in der Kasse und den zeitgleichen Rückkauf auf Termin Mittel aufnehmen und sich so finanzieren.

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* Der EU-ETS-Service der Commerzbank wird nur für Kunden innerhalb der Europäischen Union (EU) oder mit einem EU-Registerkonto angeboten.